04.09.2025

1.500 Aufkleber für mehr Sichtbarkeit

Nachgefragt bei Ellen Wünsch vom Verein sportspaß

Ellen Wünsch ist Sportsmanagerin bei sportspaß, einem der größten gemeinnützigen Vereine Deutschlands. Dort setzt sie sich besonders für die Sicherheit von Frauen im Sport ein. Mit knapp 1.500 Aufklebern des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" an den Vereins-Spinden macht sie gezielt auf die Anlaufstelle für gewaltbetroffene Frauen aufmerksam. Im Interview erzählt sie von ihrer persönlichen Motivation, sichtbare Unterstützung zu bieten. 

Wie ist die Idee entstanden, die Spinde in Ihrem Verein mit Stickern des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" zu bekleben?

Ellen Wünsch: Wir wurden durch ein Mitglied auf die Sticker des Hilfstelefons "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam. Da mir persönlich das Thema Prävention sexueller und interpersoneller Gewalt sehr am Herzen liegt, habe ich darüber nachgedacht, wie wir das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" dauerhaft in unserem Verein verankern können. Als Ergebnis dieser Überlegungen entstand das Projekt, jeden Spind in den Frauenumkleiden mit einem entsprechenden Sticker zu versehen. Dieser wurde auf die Innenseite der Tür geklebt, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, diskret auf die Ressource zurückzugreifen. Darüber hinaus ist es uns wichtig, die Bekanntheit und Zugänglichkeit des Hilfetelefons kontinuierlich zu fördern. 

Was möchten Sie mit der Aktion konkret erreichen? Warum ist Ihrem Verein das Thema Gewalt gegen Frauen ein Anliegen? 

Ellen Wünsch: Wir wollen sicherstellen, dass jede Frau, die bei uns Sport treibt, im Ernstfall weiß, wo sie Unterstützung und Hilfe erhält. Darüber hinaus möchten wir durch die Präsenz der Sticker die Bekanntheit des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" erhöhen. Da unser Verein zu etwa 67 Prozent aus weiblichen Mitgliedern besteht, ist es uns besonders wichtig, ihnen die notwendigen Informationen bereitzustellen, um sie im Bedarfsfall bestmöglich zu unterstützen. Wir haben sogar das Feedback von einem weiblichen Mitglied bekommen, dass sie gerne schon früher vom Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" gewusst hätte, da sie in ihrem Umfeld Situationen erlebt hat, in denen es hilfreich gewesen wäre.

Wie haben Sie die Aktion konkret umgesetzt? 

Ellen Wünsch: Nach einer Bedarfsprüfung habe ich Kontakt mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" aufgenommen und die Bestellung der Sticker nach Erläuterung der Idee veranlasst. Im Anschluss habe ich für alle sechs Standorte die Sticker vorbereitet, die anschließend von den zuständigen Mitarbeitenden angebracht wurden.