09.12.2025

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Höhepunkte der Mitmachaktion 2025 

Zum Orange Day am 25. November rief das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" dazu auf, geschlechtsspezifische Gewalt klar zu benennen und öffentlich zu brandmarken. Die Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" stand in diesem Jahr unter dem Motto "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" – und erzeugte große Resonanz. Kommunen, Institutionen, Vereine sowie Unterstützerinnen und Unterstützer aus ganz Deutschland zeigten Haltung – in den sozialen Medien und im öffentlichen Raum. 

Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Problem, sie betrifft uns alle: Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Im eigenen Zuhause, in der unmittelbaren Nachbarschaft, im Schwimmbad, am Arbeitsplatz ... Zwar sind zunehmend mehr Menschen in Deutschland für das Thema sensibilisiert – doch noch immer wird zu wenig über Gewalt gegen Frauen gesprochen. Schlimmer noch: Taten werden verharmlost, ignoriert oder betroffenen Frauen wird sogar eine Mitschuld zugeschrieben. Viele Betroffene schrecken davor zurück, Taten öffentlich zu machen und Unterstützung zu suchen. 

Um das zu verändern, muss sich gesellschaftlich noch mehr bewegen. Es gilt, Gewalt gegen Frauen öffentlich zu brandmarken und noch mehr Menschen auf Beratungsangebote wie das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam zu machen. Unter der 116 016 berät das Hilfetelefon Betroffene, Personen aus deren sozialem Umfeld und Fachkräfte an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr vertraulich und kostenfrei zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.

Weckruf gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Im Rahmen der Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" rief das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" vom 14. bis zum 25. November erneut dazu auf, einen Weckruf gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu senden. Städte und Gemeinden, Institutionen, Vereine sowie Unterstützerinnen und Unterstützer aus ganz Deutschland folgten dem Aufruf – und verliehen dem Motto der diesjährigen Mitmachaktion „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ in den sozialen Medien und im öffentlichen Raum Nachdruck. 

2025 stand die Mitmachaktion unter der Schirmherrschaft von Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU). An ihrem Ministerium, dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin, wurde eine großformatige Fensterbeklebung realisiert und als eine der ersten zeigte die Politikerin in den sozialen Netzwerken zum Orange Day Gesicht. Viele weitere politische Akteurinnen und Akteure folgten ihrem Beispiel, darunter die Zweite Bürgermeisterin Hamburgs und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, Katharina Fegebank, die baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Thekla Walker, Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Andy Grote, Senator der Hamburger Behörde für Inneres und Sport, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Thomas Jarzombek, und die Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung in Schleswig-Holstein, Aminata Touré.

Ein starkes Zeichen der Solidarität 

Auch Bundes- und Landesministerien sowie Kommunen, Polizeidienststellen, Jobcenter, Hochschulen und Bibliotheken sowie sonstige Institutionen, Medien und Unternehmen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zeigten Einsatz. Darunter die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales, das Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern, der Verein Frauenhauskoordinierung, der Deutsche Städtetag, die Kreispolizeibehörde Borken, die Atomaufsicht des Bundes, die Stadt Ulm, das Content-Netzwerk funk von ARD und ZDF, erfolgreiche Podcast-Formate wie The Monday Talks, die Initiative The Sirens Collective, der Hamburger Kiezchor Hansemädchen oder die Drogerie-Kette DM

Viele prominente Unterstützerinnen und Unterstützer waren ebenfalls dabei und nutzten die Mitmachaktion des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", um ihre Community für das Thema zu sensibilisieren. Darunter zum Beispiel die Wissenschafts-Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die Autorin und Hebamme Sissi Rasche, die Schauspielerin Janine Kunze, das queere Rolemodel Gialu oder die Ärztin und Content-Kreatorin Dr. Emilie Strzoda. 

Alle Fotos, die mit dem Hashtag #SchweigenBrechen online veröffentlicht wurden, finden Sie in unserer Fotogalerie.

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Aktionsframe für noch mehr digitale Sichtbarkeit

Neben dem Aktionsschild kam in den sozialen Medien auch der kostenlose Aktionsframe zur Mitmachaktion zum Einsatz. Ein virtueller Rahmen mit den Illustrationen des diesjährigen Aktionsmotivs, der Selfies oder Gruppenfotos zum Orange Day ganz unkompliziert ermöglichte. Der Frame kam circa 500 Mal zum Einsatz. Wer einen Beitrag posten wollte, ohne Gesicht zu zeigen, konnte auf das Sharepic zum Orange Day zurückgreifen. Es wurde allein 200 Mal über die Webseite heruntergeladen – und auf Facebook und Instagram vielfach geteilt und weiterverbreitet. 

Partneraktionen vor Ort

Viele Institutionen aus dem Partnernetzwerk des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" haben die breite Öffentlichkeit nicht nur virtuell, sondern auch im "echten Leben" abgeholt. Rund 11.000 Aktionsplakate und 36.750 Aktionspostkarten wurden zwischen September und November über die Webseite des Hilfetelefons bestellt und am Orange Day deutschlandweit ausgelegt oder verteilt, zum Beispiel an Infoständen oder bei Veranstaltungen. Auch in Bussen, Zügen und S-Bahnen sorgten die Materialien zur Mitmachaktion für Aufmerksamkeit. So setzte etwa das Landratsamt Heidenheim seine Plakataktion in den regionalen Bussen mit A2-Plakaten des Hilfetelefons fort, und in Köln zieht seit dem Orange Day sogar eine gebrandete Straßenbahn die Blicke auf sich – und auf die Nummer des Hilfetelefons 116 016.

"Gewalt kommt nicht in die Tüte"

An vielen Orten und in vielen Regionen Deutschlands hieß es am 25. November außerdem wieder "Gewalt kommt nicht in die Tüte". So etwa im Land Brandenburg: Dort wurden durch die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenbeauftragte an alle Frauen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung im Land Brandenburg e. V. (WfbM) Tüten mit dem Aktionsmotto verteilt. Darin enthalten: 5.000 Notfallkärtchen mit der Nummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". 

Auch die klassischen Brötchentüten mit dem Logo und der Rufnummer des Hilfetelefons waren wieder vertreten – zum Beispiel in Schleswig-Holstein. Dort wurde die Aktion von einem Bündnis unter der Schirmherrschaft von Landesministerin Aminata Touré, MdB, realisiert. Das Studierendenwerk Berlin verteilte Brötchentüten an Berliner Universitäten, und auch in den Filialen des Wiesbadener Familienbetriebs Backhaus Schröer wurde in Kooperation mit der Frauenunion Wiesbaden durch bedruckte Tüten auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht.

Von Sitzbank bis "City Light"

In vielen Städten und Gemeinden, etwa in Bonn, im Landkreis Osnabrück und in Bergkamen, gehören sie bereits ins Stadtbild, nun setzt auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine orangefarbene Bank ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Gemeinsam mit ZONTA München und dem Bezirksausschuss Maxvorstadt hat das Gleichstellungsbüro der Universität am 25. November eine Bank vor dem Hauptgebäude aufgestellt. Auch im Rhein-Sieg-Kreis wurden drei weitere Bänke platziert – in der Sekundarschule Eitorf, dem Berufskolleg in Troisdorf und im Kreishaus Siegburg. Und seit diesem Jahr sensibilisiert auch am Bahnhof Hamburg-Dammtor eine orangefarbene Bank für geschlechtsspezifische Gewalt – am Orange Day und an 365 Tagen im Jahr. Initiiert wurde sie von der DB Sicherheit GmbH zusammen mit der Landes- und Bundespolizei sowie der Opferschutzbeauftragten der Stadt Hamburg. An den Bänken befestigt: jeweils eine Plakette mit Nummer und Webseite des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen".

In Ludwigshafen am Rhein realisierte der Rat für Kriminalitätsverhütung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen außerdem im gesamten Stadtgebiet eine City-Light-Poster-Kampagne mit Plakaten des Hilfetelefons – unterstützt von der Wall AG. Der Kreisfrauenrat Göppingen machte in seinem Landkreis durch eine Schaufensteraktion mit zwei Hilfetelefon-Plakaten in einer Auflage von mehreren hundert Stück auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam. Und in Büsum leuchten an 16 digitalen Infostehlen die Motive des Hilfetelefons.

Wir bedanken uns bei allen Partnern sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Mitmachaktion 2025 – und laden dazu ein, dem diesjährigen Motto "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" über den Orange Day hinaus treu zu bleiben. 

Nutzen Sie dazu ganzjährig die Materialien des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" und machen Sie noch mehr Menschen auf geschlechtsspezifische Gewalt und das Beratungsangebot unter der Rufnummer 116 016 aufmerksam.

Plakate, Flyer oder Postkarten kostenfrei bestellen

Hinweis in eigener Sache: Brötchentüten, orange Bänke und Plakatkampagnen gehen dankenswerterweise auf den Einsatz engagierter Unt erstützerinnen und Unterstützer zurück. Sie werden durch die jeweiligen Verantwortlichen geplant und auf eigene Kosten umgesetzt. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"stellt dafür sein Logo und seine Partnermaterialien zur Verfügung.