Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

09.11.2017

Kleine Szenen mit eindringlicher Wirkung – Miniaturen machten in Hamburgs Innenstadt auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

Vom 18. bis 22. Oktober stießen Hamburger Passantinnen und Passanten an belebten öffentlichen Orten auf Miniatur-Szenen, die verschiedene Facetten von Gewalt gegen Frauen zeigten. Unter dem Motto „Hinsehen statt Wegschauen – Zeig Größe gegen Gewalt!“ regten die insgesamt zehn Handlungen dazu an, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das häufig bagatellisiert und tabuisiert wird. Presseberichte und soziale Medien trugen die Aktion unter dem Hashtag #hinsehen über die Grenzen Hamburgs hinaus. Unter dem Hashtag #hinsehen erreichte die gemeinsame Aktion des Hilfetelefons und des Miniatur Wunderlandes Hamburg in den sozialen Medien über eine Million Menschen.

Das besondere an der Aktion: Der Überraschungseffekt

Die nur wenige Zentimeter großen Figuren und Requisiten wurden eigens für die Aktion vom Miniatur Wunderland Hamburg (MiWuLa) in Szene gesetzt. Sie zeigen eindringlich, dass Gewalt gegen Frauen viele Gesichter hat – von Stalking über Häusliche Gewalt bis zu Menschenhandel. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, lud die Aktion Passantinnen und Passanten dazu ein, ihre persönlichen Eindrücke und die Botschaft "Hinsehen statt Wegschauen!" online weiter zu verbreiten. Benjamin Kratz traf am Hamburger Hauptbahnhof auf die Miniaturen und berichtete: "Die Szenen stehen an Orten, an denen man sie nicht erwartet. So ist es vielleicht auch mit Gewalt gegen Frauen: Viele von uns werden unvorbereitet mit dem Thema konfrontiert und sind deswegen überfordert."

Fußgängerinnen und Fußgänger wie Kratz begegneten der Aktion auf dem Heimweg von der Arbeit, auf dem Weg zu Freunden oder ins Restaurant – wie im wahren Leben: Denn Gewalt gegen Frauen passiert häufig mitten unter uns, ohne Vorwarnung. Ein wichtiges Anliegen des Hilfetelefons ist es daher, die bundesweite Rufnummer bei Gewalt gegen Frauen noch bekannter zu machen, um sich in Notsituationen schnell Hilfe holen zu können. Passantin Anne-Katrin Lukas sah die Szenen im Park Planten un Blomen und war bestürzt: "Ich schaue bei Menschen in meinem Umfeld viel zu oft nicht genau hin oder nehme mir keine Zeit.

Um die Szenen erkennen zu können, musste ich aber genau das tun: Hinsehen und mir Zeit nehmen." Genau das sei das Ziel der gemeinsamen Aktion von Hilfetelefon und Miniatur Wunderland, so Gerrit Braun, Geschäftsführer des MiWuLa: "Wir wollen, dass die Menschen nicht nur unsere Miniaturen ganz genau betrachten, sondern auch im echten Leben auf Gewaltsituationen achten und Betroffene damit nicht alleine lassen."
 

Die Miniatur-Aktion geht im Netz weiter

Auch einige Wochen nach der Aktion wirkt ihre Botschaft nach. Unter dem Hashtag #hinsehen können Aufnahmen von Passantinnen und Passanten sowie die offiziellen Bilder der Szenen in den sozialen Medien weiterhin angeschaut und geteilt werden. Alle sind weiterhin aufgerufen, das Motto der Aktion "Hinsehen statt Wegschauen – Zeig Größe gegen Gewalt" und das Beratungsangebot des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" weiter zu verbreiten.

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