Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

09.11.2017

Stadt, Land, Bus – Landkreise werben im öffentlichen Nahverkehr für das Hilfetelefon

Immer mehr Landkreise bringen auf ihren Bussen die 08000 116 016 an, um auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons aufmerksam zu machen.

Vom Landkreis Harburg bis Lübeck und Celle: In immer mehr Regionen ist die Nummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" auf den Straßen unterwegs. Auf den Außenflächen von Linienbussen begegnet die Rufnummer so tagtäglich zahlreichen Menschen. Im ländlichen Raum sind Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit oft deutlich schwächer als in Städten. Hilfs- und Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen sind rar und häufig weniger bekannt. Gerade hier können die Bus-Beklebungen entgegenwirken. Sie erreichen vor allem Menschen in Dörfern und Kleinstädten und machen auf das bundesweite rund um die Uhr verfügbare Beratungsangebot aufmerksam.

Vom Landkreis Harburg aus in das Bundesgebiet

Andrea Schrag

Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg in Niedersachsen, initiierte die erste Bus-Beklebung. Seit November 2015 rollt ein individuell gestalteter Linienbus mit Hinweisen zum Hilfetelefon durch die Straßen des Landkreises. Darauf zu sehen sind die Konturen von Frauen. Durch unterschiedliche Farbgebung verdeutlichen sie, wie häufig Frauen von Gewalt betroffen sind – in Deutschland jede Vierte mindestens einmal in ihrem Leben. Auf dem Bus aufgebracht, zeigen die Rufnummer des Hilfetelefons und die Worte: "Du bist nicht allein!" allen Verkehrsteilnehmern wo Betroffene, Angehörige und Fachkräfte Unterstützung finden. Eine Aktion, die wirkt: "Wir freuen uns, wenn wir von Beratungsstellen erfahren, dass Menschen durch die Bus-Beklebung den Weg zu Hilfe finden", erzählt Andrea Schrag. Das Hilfetelefon konnte in diesen Fällen seine wichtige Funktion als "Lotse" einnehmen. Auf Wunsch vermittelt es hilfesuchende Menschen auf Hilfs- und Beratungsangebote in ihrer Nähe. Immer mehr Gleichstellungsbeauftrage setzen die Aktion auch bei sich im Landkreis um. Während in Harburg, Lübeck und Celle bereits Busse mit Hinweisen auf das Hilfetelefon unterwegs sind, arbeiten zwei weitere Regionen an der Umsetzung. „Ein Bus ist mobil, er bewegt sich durch die Dörfer, steht manchmal am Straßenrand oder einem Busparkplatz. Durch diese Mobilität können wir viele Menschen erreichen", erklärt Andrea Schrag.
 

Das Hilfetelefon bedankt sich

Das Hilfetelefon bedankt sich herzlich für das tolle Engagement: bei Andrea Schrag, dem Landkreis Harburg sowie bei allen Landkreisen, die sich der Aktion angeschlossen haben.

Möchten Sie die Bus-Beklebung auch in Ihrem Landkreis oder Ihrer Gemeinde umsetzen? Dann kontaktieren Sie gern Andrea Schrag unter a.schrag[at]lkharburg.de oder das Partnerbüro des Hilfetelefons unter partnerbuero[at]hilfetelefon.de.

Weitere Beispiele für das Engagement unserer Partnerinnen und Partner

 

Foto oben: © Frank Peters (Fotos/Lübeck)

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