Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

04.02.2016

Städte und Kommunen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Bundesweit haben Kommunen, Gemeinden und Städte den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2015 zum Anlass genommen, sich mit kreativen Aktionen für betroffene Frauen stark und das Angebot des Hilfetelefons noch bekannter zu machen. Ob auf belebten Straßen, in Toilettenräumen oder im kuscheligen Kinosaal: An vielen Orten haben engagierte Gleichstellungsbeauftragte und örtliche Bündnisse Betroffene und ihr Umfeld erreicht.

Stadt, Land, Bus: Öffentlicher Nahverkehr präsentiert Hilfetelefon

Quer durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark, durch Dörfer und Städte, auf Schienen und Straßen kurven sie: Bahnen und Busse, die die Nummer des Hilfetelefons gut sichtbar zeigen. In 15 Bussen der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft hängen seit November Hilfetelefon-Plakate oder Seitenscheiben-Aufkleber, fünf Busse wurden von außen mit dem Aktionsslogan des Hilfetelefons "Wir brechen das Schweigen" beklebt. Auch die im Landkreis verkehrenden Züge der Ostdeutschen Eisenbahn machen mit Plakaten und großflächigen Aufklebern auf die Nummer des Hilfetelefons aufmerksam. "Gerade im ländlichen Raum können wir mit einem Hinweis im öffentlichen Nahverkehr viele Menschen erreichen", sagt Theresa Arens, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis. Rückendeckung erhielt Arens nicht nur durch den Bürgermeister und den Landrat. Auch die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft unterstützte die Aktion als Partner und stellte die Werbeflächen kostenfrei zur Verfügung. 

Auf den Straßen des Landkreises Harburg informiert ebenfalls künftig ein Bus darüber, wo Frauen im Falle von Gewalt Hilfe finden können. "Du bist nicht allein!", steht auf der Rückseite des Verkehrsmittels in kräftigem Petrol und Orange. Ein Jahr lang wird so die Nummer des Hilfetelefons auf Harburgs Straßen unübersehbar. Die Busaktion wurde zum 25. November lanciert und gab den Startschuss zu einer 16-Tage-Aktion gegen Gewalt an Frauen, die die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises gemeinsam mit zwei benachbarten Landkreisen initiierte.  Diskret platziert: Hilfetelefon-Aufkleber in Toilettenräumen

Jede und Jeder besucht es irgendwann mal, das stille Örtchen. Genau hier platzieren die Städte Wuppertal und Grevenbroich die Aufkleber des Hilfetelefons – und erreichen so tausende Menschen. Besonders gut eignen sich dafür die Spiegel in den Damentoiletten.
 
"Die Nummer des Hilfetelefons muss sich verbreiten! Städtische Gebäude bieten die Möglichkeit dazu, denn hier haben wir viel Publikumsverkehr, aber auch viele Beschäftigte", sagt Roswitha Bocklage, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wuppertal. Sie setzte sich dafür ein, dass seit dem 25. November 2015 in Wuppertal Aufkleber in öffentlichen Toiletten und in städtischen Gebäuden angebracht wurden – sogar in Kindertageseinrichtungen. Unterstützt wurde die Aktion durch den Oberbürgermeister sowie das Gebäudemanagement der Stadt. 
 
Ob in Restaurants, Hotels, im Einkaufszentrum oder an der Tankstelle: Auch in Grevenbroichs Toilettenräumen ist die Nummer des Hilfetelefons von nun an zu finden. Gleichstellungsbeauftragte Rebecca Ende lud Gastronomen und Hoteliers der Stadt ein, sich zu beteiligen und die orange-weißen Aufkleber des Hilfetelefons im Gastraum und auf den Damentoiletten zu platzieren. Unterstützung erhielt sie dabei durch den Bürgermeister.
 
Die Aufkleber des Hilfetelefons können kostenfrei auf der Webseite des Hilfetelefons bestellt werden. 

Vor und auf der Leinwand Gewalt gegen Frauen thematisieren

Das Nordrheinwestfälische Erftstadt hat am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen das Thema nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im Vorführungsraum thematisiert: In der örtlichen Musikschule wurde der Film "A girl walks home alone at night" aufgeführt, ein Film, der sich kritisch mit der Rolle der Frau in der iranischen Gesellschaft auseinandersetzt. Im Vorprogramm lief der Spot des Hilfetelefons. Die Gestaltung des Raums machte eindrücklich erfahrbar, dass das Thema Gewalt gegen Frauen auch in Deutschland aktuell ist: Jeder dritte Sessel war mit einem Schild markiert und verdeutlichte so den Fakt, dass jede dritte Frau von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen ist.
 
Im malerischen Bad Lippspringe im Teutoburger Wald wird seit November 2015 der Kampagnenspot des Hilfetelefons kostenfrei im lokalen Kino ausgestrahlt. Möglich wurde dies durch eine Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten mit den Betreibern des Kinos. Der Kampagnenspot kann unkompliziert auf der Webseite des Hilfetelefons heruntergeladen werden. Auch eine Kinoversion steht kostenfrei auf Anfrage bereit.
 
Menschen vor Ort erreichen, Hilfsangebote bekannt machen

Zahlreiche Gleichstellungsbeauftragte haben sich in ihren Städten, Landkreisen und Gemeinden eingesetzt, um Gewalt gegen Frauen vor Ort zu thematisieren und auf das kostenfreie, bundesweite Beratungsangebot des Hilfetelefons hinzuweisen. Das Hilfetelefon ist dafür dankbar und begeistert über so viel Engagement und Kreativität! Wir wissen, dass jede Stadt und jeder Kreis spezifische Möglichkeiten und Herausforderungen hat. Unsere Hoffnung ist es, dass diese Beispiele Sie ermutigen, eigene Aktionen zu entwickeln und diese gemeinsam mit geeigneten Partnern umzusetzen. Wir unterstützen Sie natürlich auch weiterhin gern mit Tipps, Ideen und Materialien.
 
Informationen und Beratungen

Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in 15 Sprachen  zum Gespräch hinzugeschaltet.

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