Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

28.09.2022

Tatort Internet: Gewalt gegen Frauen mit technischen Hilfsmitteln und digitalen Medien

Handyüberwachung, Cyberstalking und Profilmissbrauch sind Formen digitaler Gewalt

Viele Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, kennen digitale Gewalt. Diese geht oftmals von Unbekannten aus. Doch digitale Gewalt tritt auch im sozialen Nahbereich auf: im Kontext von konfliktreichen (Ex-)Beziehungen oder Konstellationen, bei denen z. B. partnerschaftliche Interessensbekundungen abgewiesen werden oder wurden.

Wie wird digitale Gewalt definiert?

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) in Deutschland hat folgende Definition für digitale Gewalt erarbeitet: "Digitale Gewalt ist ein Oberbegriff für Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt, die sich technischer Hilfsmittel und digitaler Medien (Handy, Apps, Internetanwendungen, Mails etc.) bedienen und/oder geschlechtsspezifische Gewalt, die im digitalen Raum, z.B. auf Online-Portalen oder sozialen Plattformen stattfindet. Digitale Gewalt funktioniert nicht getrennt von ,analoger Gewalt‘, sie stellt meist eine Ergänzung oder Verstärkung von Gewaltverhältnissen und -dynamiken dar."

Weitere Informationen sind auf der Webseite www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de/de zu finden.

Auch das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hält Informationen zu den digitalen Formen der Herabsetzung, Belästigung und Diskriminierung bereit. Mehr dazu hier.

Digitale Gewalt wird oft zu spät bemerkt

Es gibt unterschiedliche Formen und Ausprägungen digitaler Gewalt. Hier in Kurzform drei häufig angewendete Formen von digitaler Gewalt, die Betroffene oft erst zu spät bemerken:

Handyüberwachung: Obwohl das Abhören und jegliche Form der Computerüberwachung illegal sind, werben zahlreiche Shops im Internet offen mit ihren Angeboten zur Überwachung von Mobiltelefonen mit speziellen Softwareprogrammen zur Überwachung. Sie ermöglichen unter anderem Gespräche aufzunehmen, Nachrichten abzufangen und Aktivitäten zu speichern.

Cyberstalking: Stalking bezeichnet ein willentliches, häufig wiederkehrendes und beharrliches Verfolgen und Belästigen einer anderen Person über einen längeren Zeitraum. Der Kontakt wird gegen den Willen der Person hergestellt. Betroffene werden belästigt und verfolgt, bedroht, genötigt oder auch erpresst. Cyberstalking ist Stalking durch E-Mails, Beiträge und Nachrichten über Messenger, Chats oder andere soziale Netzwerke und digitale Medien.

Profilmissbrauch: Ein Missbrauch von Daten liegt vor, wenn unbefugte Dritte sich Passwörter oder sonstige Sicherheitscodes verschafft haben und Daten oder Sicherungscodes ohne Erlaubnis an andere weitergeben. Zum Beispiel, um Geld vom Konto abzubuchen oder um Waren im Internet zu bestellen. Oder um mit den missbräuchlich genutzten Daten ein verfälschtes Profil in sozialen Netzwerken zu erstellen oder verfälschte E-Mail-Accounts (Fake-Accounts) einzurichten. Dabei werden Profile erstellt, die die Identität missbrauchen. Jemand postet unter dem Namen der Betroffenen Nachrichten, Bilder oder Videos mit verletzendem Inhalt.

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