Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Auf 15 Produkten der ROSSMANN-Marke facelle ist die Telefonnummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" zu sehen, und zwar auf der Verpackungsrückseite verschiedener Slipeinlagen und Maxibinden.

07.06.2023

„Wir unterstützen das Hilfetelefon“

Starke Stimmen aus dem Partnernetzwerk des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“

In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen machen sich Menschen und Institutionen gegen Gewalt an Frauen stark. Das zeigen die Stimmen aus dem Partnernetzwerk des Hilfetelefons.  Polizei und Gesundheitswesen, Medien, Unternehmen, andere Unterstützungs- und Beratungsangebote, Landkreise und Kommunen – vielerorts erfährt das Hilfetelefon Unterstützung dabei, bekannter und sichtbarer zu werden. Wir haben einige Akteurinnen und Akteure beispielhaft zu den Gründen für ihr Engagement befragt.  

Frau Milas, Sie machen in Bussen und Bahnen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam, warum?

Das Thema Gewalt gegen Frauen muss da sichtbar gemacht werden, wo die Menschen tagtäglich sind. Um darauf aufmerksam zu machen, dass Gewalt allgegenwärtig ist, und um die Menschen zu sensibilisieren hinzuschauen. Natürlich wollen wir Betroffene von Gewalt informieren, möchten aufzeigen, dass sie direkt und individuell zu jeder Tages- und Nachtzeit beraten werden. Aber gleichzeitig wollen wir auch die Aufmerksamkeit der gesamten Gesellschaft. Es ist doch eine Aufgabe für uns alle, dafür zu sorgen, dass Frauen sicher leben können. Wenn wir gemeinsam mit dem Nordhessischen VerkehrsVerbund in Bus und Bahn auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons aufmerksam machen, sehen wir das als Prävention.

Frau Lorenz, warum ist es Ihrem Unternehmen wichtig, mit dem Hilfetelefon zu kooperieren?

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist eine wichtige Anlaufstelle für Frauen in Not, damit sie eine offene und sicherere Umgebung finden, in der sie professionelle Unterstützung und Beratung erhalten. Es ist ein Zeichen von Solidarität mit Frauen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch sind, und ein Signal dafür, dass wir uns aktiv für ihre Rechte einsetzen. Wir sind stolz, dass unsere langjährige Kooperation dazu beiträgt, darauf aufmerksam zu machen und Bewusstsein für die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen zu schaffen. Zum zehnjährigen Bestehen gratulieren wir dem Hilfetelefon von Herzen und freuen uns, Teil einer so wichtigen Botschaft zu sein.

Herr Süfke, was bedeutet Ihnen das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“?

Auch wenn es vielleicht pathetisch klingen mag, aber ich denke, das Hilfetelefon ist ein Lebensretter. Diese Form der niedrigschwelligen Beratung per Telefon oder Chat hat womöglich Hunderten Frauen das Leben gerettet. Viele von Gewalt Betroffene schämen sich, haben Angst oder wissen schlicht nicht, wohin sie sich wenden können – da macht das Hilfetelefon als Erstanlaufstelle ein Angebot, das wirklich weiterhilft. Denn es ist ja heute immer noch ein schwieriges Thema für Betroffene, den Weg ins Hilfesystem zu finden. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: Wir erleben es am Männerhilfetelefon, dass Menschen anrufen, die ganz sicher niemals den Weg in eine Beratungsstelle gefunden hätten. Und auf der persönlichen Ebene möchte ich Petra Söchting und ihrem Team einfach danken: Sie waren immer für uns ansprechbar und haben uns an Ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz teilhaben lassen. Denn wir sind ja mit dem Männertelefon quasi „der kleine Bruder“ des Hilfetelefons – welches für uns ein inspirierendes Vorbild ist.

Frau Dittmer, welche Rolle spielt das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ für Ihre Arbeit?

Polizei und Hilfetelefon arbeiten schnell und effektiv zusammen – auch in akuten Gewaltsituationen. Für uns ist es eine große Unterstützung, wenn wir etwa bei fehlenden Sprachkenntnissen die Beraterinnen des Hilfetelefons hinzuziehen können.

Wir arbeiten auch zusammen, wenn wir klarmachen wollen, dass die Unterbringung in einem Frauenhaus zur Sicherheit der Betroffenen beitragen kann. Ebenso, wenn strafrechtliche Aspekte oder juristische Fachbegriffe erläutert werden müssen. Auch Maßnahmen wie zum Beispiel die polizeilich ausgesprochene Wegweisung mit Betretungsverbot gegen die Gewalt ausübende Person werden dank des Hilfetelefons erklärt. Oftmals ist es so, dass wir im Anschluss an polizeiliche Sofortmaßnahmen eine Verbindung zwischen einer Betroffenen und dem Hilfetelefon herstellen, um akut psychosoziale Sofortintervention anzubahnen.

Professor Straub, welche Bedeutung schreiben Sie dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ zu?

Wenn Frauen Gewalt erleiden, dürfen sie und ihre unter Umständen mitbetroffenen Kinder mit dem traumatisch Erlebten nicht alleingelassen werden. Sie brauchen eine Anlaufstelle, die ihnen schnell und kompetent alle erforderliche Hilfe zuteil werden lässt oder sie an die richtige Stelle vermittelt. Hier hat das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" als niedrigschwelliges und rund um die Uhr erreichbares Angebot eine herausragende Bedeutung. Die Betroffenen und auch ihr soziales Umfeld haben die Möglichkeit, sich anonym, kostenlos, barrierefrei und mehrsprachig beraten zu lassen.

Herr Hoyer, Antenne Niedersachsen unterstützt das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Warum ist Ihnen das ein Anliegen?

Rund jede dritte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt. Das sind erschreckende Zahlen. Wir unterstützen das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" mit freien Sendeplätzen, weil wir Betroffene ermutigen möchten, ihr Schweigen zu brechen, und weil wir deutlich machen wollen, dass diese Frauen nicht alleine sind. Studien zeigen, dass immer mehr Opfer über ihre Erfahrungen sprechen – das ist ein toller Erfolg. Vielen Dank für diese wichtige Arbeit.

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