Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Newsletter 3/2020

15.12.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach wie vor bestimmt die Covid-19-Pandemie unseren Alltag und die bevorstehenden Feiertage können für Frauen, die häusliche Gewalt erleben, zu einer weiteren Belastung werden. Wir werfen daher einen Blick auf die Arbeit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, die Betroffenen Mut machen möchte, auch in diesen Tagen Hilfsangebote anzunehmen. Wir erklären außerdem, weshalb das Hilfetelefon mehr ist als ein Telefon und auch online Möglichkeiten der Beratung bietet. Mit Stefanie Schmidt lassen wir zudem eine Aktivistin zu Wort kommen, die gehörlosen Frauen eine Stimme beim Thema Gewalt gegen Frauen geben möchte.

Bleiben Sie gesund und solidarisch!

Mit herzlichen Grüßen
Petra Söchting
Leiterin Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“



Nehmen Sie Hilfsangebote an!

Corona, Feiertage und Gewalt gegen Frauen


Schweigen hilft nur den Tätern.

Die Weihnachtsfeiertage rücken näher und die Covid-19-Pandemie wird uns auch über den Jahreswechsel hinweg begleiten. Wenn Menschen längere Zeit auf engem Raum innerhalb der Familie verbringen, können jedoch Stressfaktoren und auch Gewaltdelikte zunehmen.

So sind insbesondere in den kommenden Wochen steigende Fallzahlen bei häuslicher Gewalt zu befürchten. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes möchte daher die Sicherheit in der Gesellschaft erhöhen und macht auf Hilfsangebote aufmerksam.



Auf vielen Wegen erreichbar

Per Telefon, E-Mail oder Chat zum Hilfetelefon

Schnelle, anonyme und sichere Beratung für Frauen

Über Gewalt zu sprechen und Hilfe anzunehmen, fällt den meisten Betroffenen schwer. Die Zugangswege zum Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ sind daher so einfach und sicher wie möglich gestaltet. Ob per Telefon, E-Mail oder Chat – betroffene Frauen haben je nach Situation und persönlichem Befinden verschiedene Möglichkeiten, sich an eine der Beraterinnen zu wenden. Neben der klassischen Telefonberatung unter der 08000 116 016, hat sich die Online-Beratung des Hilfetelefons als wirksames Beratungstool bewährt. Hilfesuchende Frauen nutzen insbesondere den Sofort-Chat immer häufiger, da dieser mit nur einem Klick zugänglich ist.



Ministerin fordert EU-weite Nummer für Hilfetelefone

Die Mehrheit der Gleichstellungsministerinnen und -minister aller EU-Staaten hat sich auf Initiative von Bundesministerin Giffey für die Einführung der einheitlichen Rufnummer 116 016 für Hilfetelefone ausgesprochen, an die sich gewaltbetroffene Frauen wenden können.



Danke fürs Mitmachen!

Rückblick auf die Aktion „Wir brechen das Schweigen“

Solidarität mit gewaltbetroffenen Frauen

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rief das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ dazu auf, das Schweigen zu brechen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker, Prominente, Verbände, Einrichtungen, Unternehmen und Kommunen in ganz Deutschland – etwa die Hansestadt Hamburg – engagierten sich auf vielfältige Art und Weise. Mit Plakaten in Bussen, Fahnen vor dem Rathaus, Infomaterial im Einzelhandel oder einem Selfie in den sozialen Kanälen setzten sie klare Zeichen gegen Gewalt an Frauen. „Danke für Ihre Solidarität“, sagt das Hilfetelefon, „gemeinsam sind wir stark.“



Beratungsangebote für Gehörlose fehlen

Interview mit der Aktivistin Stefanie Schmidt

Wie gehörlosen Frauen geholfen werden kann

Das Lebensumfeld gehörloser Frauen ist anders als das von Frauen, die hören können. Sie brauchen spezielle Unterstützung und Beratung beim Thema Gewalt gegen Frauen. Wichtig ist auch, dass sie sich deutschlandweit gut vernetzen und sich gegenseitig stärken. Stefanie Schmidt, die selbst gehörlos ist, setzt sich für die Interessen von Frauen ein. Im Interview erklärt sie, was sich ändern muss.



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Zuviel Partnerschaftsgewalt

Auswertungen des Bundeskriminalamts

Frauen am häufigsten von häuslicher Gewalt betroffen

Das Bundeskriminalamt hat am 10. November 2020 die kriminalstatistische Auswertung zu den Fällen von Partnerschaftsgewalt im Jahr 2019 vorgelegt. Insgesamt erfassten die Polizeibehörden allein 141.792 Opfer häuslicher Gewalt. Knapp 81 Prozent der von Mord, Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking Betroffenen sind Frauen. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht für Betroffene als kostenlose, anonyme und jederzeit erreichbare Anlaufstelle zur Erstberatung bereit.



Infomaterial bestellen

Postkarten, Flyer oder Aufkleber

Wenn viele mitmachen…

… lässt sich viel erreichen. Unterstützen auch Sie, das Beratungsangebot des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ noch bekannter und sichtbarer zu machen. Eine Postkarte in Ihrem Café, ein Flyer in Ihrer Praxis, ein Aufkleber an einem öffentlichen Ort, unser Logo oder Kampagnenspot auf Ihrer Internetseite – mit geringem Aufwand können Sie von Gewalt betroffenen Frauen helfen, einen Ausweg zu finden. Das Informationsmaterial steht Ihnen kostenlos zu Verfügung und ist über unser online-Formular ganz einfach zu bestellen bzw. herunterzuladen.

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