Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Newsletter 2/2019

15.05.2019


Top-Thema

Drohende Zwangsheirat

Welche Unterstützung bietet das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Der Ehrenmord an Hatun Sürücü entfachte 2005 deutschlandweite Diskussionen rund um das Thema Zwangsheirat. Trotz des hierzulande geltenden Verbots sind jedes Jahr tausende Frauen und Mädchen betroffen. Die Hemmschwelle der Betroffenen, sich Unterstützung zu suchen, ist dabei hoch.

Enge Verwandte üben emotionalen Druck aus oder drohen mit Gewalt. Ein Anruf beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" kann ein erster Schritt sein. Fachbereichsleiterin Lysann Susanne Häusler erklärt, wie eine Beratung im Einzelfall aussehen kann.


Expertinnengespräch

"Von Frauen wird Keuschheit und Gehorsam erwartet"

Myria Böhmecke im Gespräch über Gewalt im Namen der "Ehre"

Die Religionswissenschaftlerin und Pädagogin Myria Böhmecke ist Referentin bei der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes. Im Interview spricht sie über Gründe und Hintergründe von Gewalt im Namen der "Ehre" und erklärt, warum es für viele Frauen so schwer ist, Anzeige zu erstatten. Terre des Femmes kämpft dafür, dass Frauen ohne Angst vor "Ehrgewalt" leben können – auch in Deutschland. Warum es trotz steigender Fallzahlen Grund zur Hoffnung gibt, lesen Sie im Interview.


Hintergrund

Folgenschwere Tradition

Das Desert Flower Center Waldfriede in Berlin behandelt Frauen, die genital verstümmelt wurden

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine archaische Tradition, die heute noch in 30 Staaten der Welt praktiziert wird. Die Mädchen und Frauen, die die Prozedur überleben, leiden ihr Leben lang an den Folgeschäden. Im Desert Flower Center des Berliner Krankenhauses Waldfriede behandelt ein Team aus medizinischem und psychologischem Fachpersonal die betroffenen Frauen – ein weltweit einmaliges Konzept. Wir haben mit Chirurgin Dr. Cornelia Strunz gesprochen.


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Filmtipp

Jetzt im Kino: "Nur eine Frau"

Das Hilfetelefon ist offizieller Partner

"Nur eine Frau" von Sherry Hormann erzählt die Geschichte einer jungen Deutschen mit türkisch-kurdischen Wurzeln, die von ihrem Bruder ermordet wird, weil er die "Familienehre" verteidigen will. Das Spiefilmdrama porträtiert das Leben der Berlinerin Hatun Aynur Sürücü, die 2005 auf offener Straße erschossen wurde. Sie hatte sich gegen ihre Zwangsverheiratung gewehrt, damit begonnen ein selbstbestimmtes Leben zu führen und so ihre Familie gegen sich aufgebracht. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist neben Terre des Femmes Partner des Films, der seit dem 9. Mai im Kino läuft.



Schon entdeckt?

Deutschlandweite Plakat-Kampagne gestartet

Das Hilfetelefon wirbt bundesweit für sein Beratungsangebot

Seit Ende April ist die Kampagne "Aber jetzt rede ich" des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" in vielen Städten und Kommunen sichtbar. Bundesweit weisen City Light Poster in rund 30 Städten auf das Beratungsangebot hin – unter anderem in Mühlheim an der Ruhr, Chemnitz und Heidelberg. Die Kampagne soll Betroffenen Mut machen, den ersten Schritt aus der Gewalt zu wagen und sich an die Beraterinnen des Hilfetelefons zu wenden. Unterstützen auch Sie uns dabei, das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" noch bekannter zu machen! Die neuen Plakate können Sie kostenfrei auf www.hilfetelefon.de bestellen und herunterladen.


Hilfetelefon vor Ort

Frauen mit Behinderung besser schützen

Beratung in Leichter Sprache

Frauen mit Behinderung sind weitaus häufiger von Gewalt betroffen. Daher wurden alle Werkstätten für Menschen mit Behinderung vor zwei Jahren verpflichtet, Frauenbeauftragte einzusetzen. "Viele der Beauftragten müssen sich noch in ihre neue Rolle einfinden", sagt Lysann Susanne Häusler vom Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Auf der Fachmesse für berufliche Teilhabe, die Werkstätten:Messe, die im April in Nürnberg stattfand, ermutigte sie ihre Zuhörerinnen, sich bei Fragen an das Hilfetelefon zu wenden. In ihrem Vortrag in Leichter Sprache betonte sie: "Wir sind rund um die Uhr erreichbar und beraten auch in Leichter Sprache."


Sehenswert

#HolDirHilfe gegen Zwangsheirat und Verschleppung

Papatya startet neue Präventionskampagne

Mit einem Kampagnenfilm will die Hilfsorganisation Papatya junge Mädchen und Frauen, die von Verschleppung und Zwangsheirat bedroht sind, ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. "Jedes Jahr vor den Sommerferien müssen viele Mädchen Angst haben, im Herkunftsland ihrer Familie zurückgelassen oder zwangsverheiratet zu werden", sagt Eva Kaiser, Leiterin von Papatya. "Wir bieten ihnen unsere Unterstützung an." Der Film lädt Betroffene dazu ein, sich unter beratung.papatya.org online beraten zu lassen. Darüber hinaus soll der Film die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren.

 


Infomaterial

Abreißzettel des Hilfetelefons kostnefrei online bestellen

Abreißzettel des Hilfetelefons kostenfrei online bestellen

Egal ob am schwarzen Brett in der Arztpraxis, in öffentlichen Toiletten oder in Warteräumen von Behörden: Die Nummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" lässt sich mit den kostenfrei verfügbaren Abreißzetteln einfach und diskret verbreiten. Hilfesuchende können die Nummer mit oder ohne Internetadresse abreißen und unauffällig in der Tasche verschwinden lassen. Den Abreißzettel gibt es in einer klassischen und einer mehrsprachigen Version.


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