Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Newsletter 4/2019

20.11.2019


Top-Thema

Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen"

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey ruft zum Schweigenbrechen auf

 "Jeden Tag erleben Frauen in unserem Land Gewalt. Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen. Gewalt droht Frauen oft gerade dort, wo sie sich besonders geborgen fühlen sollten: zu Hause. Viele betroffene Frauen schämen sich und es fällt ihnen schwer, über das Erlebte zu reden. Bitte unterstützen Sie

uns dabei, das Hilfetelefon noch bekannter zu machen, damit mehr Frauen wissen, wohin sie sich wenden können. Bitte unterstützen Sie unsere Mitmachaktion ‚Wir brechen das Schweigen'", ermutigt die Bundesministerin und Schirmherrin der Aktion alle Bürgerinnen und Bürger, ein Zeichen zu setzen.


Aus der Praxis

"Er schlägt den Hund, um ihr weh zu tun"

Häusliche Gewalt nimmt viele Formen an

Gewalt in der Partnerschaft ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen. Vor allem Frauen werden körperlich verletzt, ökonomisch ausgebeutet, überwacht, beleidigt und sexuell missbraucht. Doch es gibt Auswege: Beraterin Ella Wunsch und Fachbereichsleiterin Sabine Boldt berichten, wie das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" Betroffene dabei unterstützt, sich aus der Gewalt zu lösen, und was Menschen tun können, die vermuten, dass eine Frau in ihrem Umfeld Gewalt erlebt. 

Foto: Szene aus der Miniatur-Aktion
 


Expertinnenstimme

"Der Staat tut zu wenig, um Frauen zu schützen"

Rechtsanwältin Christina Clemm vertritt Betroffene von häuslicher Gewalt vor Gericht

Noch immer werden in Deutschland Morde an Frauen als "Beziehungsdrama" verharmlost. Im Gespräch berichtet die Berliner Anwältin Christina Clemm, was die Reform des Sexualstrafrechts gebracht hat, kritisiert mangelnden Opferschutz in Deutschland und fordert psychosoziale Prozessbegleitung auch bei Fällen häuslicher Gewalt.

Foto: ©adobestock


Täterarbeit

Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen

Wie aggressive Männer lernen, Konflikten gewaltfrei zu begegnen

Gewalttätiges Verhalten ist nicht angeboren, sondern erlernt – auch gewaltfreies Verhalten kann daher erlernt werden. Das ist einer der Grundsätze bei der Arbeit mit Männern, die häusliche Gewalt verübt haben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt erarbeitet Programme, in denen Täter einen Weg aus der Aggression finden sollen.

Foto: ©adobestock


Jubiläum

Ein runder Geburtstag für die Berliner Telefonberatung

20 Jahre BIG Hotline: Wir gratulieren!

Auf stolze 20 Jahre Telefonberatung blickt in diesem November die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.) zurück. Die Koordinatorinnen Elke Templin und Margarete Bühler eröffneten die "BIG Hotline bei häuslicher Gewalt" am 18. November 1999. Die Pionierinnen begründeten so die erste deutsche Hilfe-Hotline bei Gewalt in Paarbeziehungen. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute für diese wichtige und erfolgreiche Arbeit!


Eine Frage der Sprache: Schluss mit Familiendrama

In einem Offenen Brief hat der Verein Gender Equality Media die Nachrichtenagentur dpa dazu aufgefordert, eine Vorreiterinrolle zu übernehmen und auf Begriffe wie "Familiendrama" oder "Sextäter" in der Berichterstattung vollständig zu verzichten. Denn damit werde Gewalt gegen Frauen immer wieder bewusst oder unbewusst verharmlost.


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Lesenswert

Jede achte Frau erlebte sexuelle Belästung im Job


Neue Studie zeigt: Wiederholte Belästigungen am Arbeitsplatz sind keine Ausnahme

Jede achte Frau hat in den vergangenen drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt – doch nur vier Prozent aller Betroffenen suchten sich professionelle Beratung. Das geht aus einer neuen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor. Frauen haben mit einem Anteil von 13 Prozent deutlich häufiger als Männer (fünf Prozent) sexuelle Belästigung erfahren. Rund 80 Prozent der betroffenen Frauen gaben an, in den letzten drei Jahren mehrere Situationen dieser Art erlebt zu haben. Diese Erfahrungen schaden den Betroffenen – aber auch dem Verhältnis zu Ihren Arbeitgebern.


Infomaterial

Schreiben, chatten oder gebärden?

Neuer Flyer erklärt die Beratung für Frauen mit Hörbeeinträchtigung

Frauen mit Hörschädigung erleben sehr oft Gewalt in ihrem Leben. Mehr als 3-mal so oft wie andere Frauen. Deshalb richtet sich das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" insbesondere auch an diese Frauen. Der neue Flyer erklärt, wie Frauen mit Hörbehinderung das Beratungsangebot in Deutscher Gebärdensprache und in Gebärden-Schriftsprache nutzen können. Außerdem weist er auf den Sofort-Chat sowie die E-Mail-Beratung hin als weitere Zugänge für gehörlose Frauen, die über ihre Erlebnisse lieber schreiben statt gebärden.

 

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