Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

"Hinter Türen" – eine Graphic Novel gegen das Schweigen

Gewalt gegen Frauen findet mitten in der Gesellschaft statt – aber viel zu oft wird darüber geschwiegen. Diese unbequeme Wahrheit thematisieren die Künstlerin Isabel Kreitz und der Illustrator Stefan Dinter in ihrer neuen Graphic Novel "Hinter Türen", die in Zusammenarbeit mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" entstand.
 
Jede dritte Frau in Deutschland hat schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Doch vielfach wird diese Tatsache toleriert, ignoriert oder schlichtweg bagatellisiert.  Diese Erfahrung machen auch die Protagonistinnen der Graphic Novel "Hinter Türen": Anna Wegener sieht sich als hochmotivierte Volontärin einer Lokalzeitung mit den Anzüglichkeiten ihres Chefs und Widerständen in der Redaktion konfrontiert. Inge Berger, 64, wurde von ihrem Mann misshandelt – doch ihr soziales Umfeld schaute weg. 

"Hinter Türen" wurde im Oktober und November 2016 in vier Kapiteln online auf www.hinter-tueren.de veröffentlicht.

Betroffenen Frauen Mut machen, sich Hilfe zu holen

Die Schicksale der beiden Frauen stehen stellvertretend für die vielen Betroffenen, die beim Hilfetelefon anrufen, wenn sie Gewalt erlebt haben. "Die Fälle der Graphic Novel sind fiktiv. Aber die Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft ist es nicht", sagt die Leiterin des Hilfetelefons Petra Söchting. "Mit der Graphic Novel wollen wir das Thema in die Öffentlichkeit tragen – und zugleich allen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, Mut machen, sich Hilfe zu holen."
 
Der Comicroman setzt ein deutliches Statement – ohne sich mit allzu einfachen Antworten zufrieden zu geben. Zugleich macht er Mut, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern zu helfen. "Ich wünsche mir, dass alle Menschen lernen, beim Thema Gewalt gegen Frauen genau hinzuschauen und zu interpretieren, was sie wahrnehmen", so Isabel Kreitz. 

Die Köpfe hinter der Graphic Novel

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