Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

6. März 2018

Fünf Jahre Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Professionelle und qualifizierte Beratung für Frauen rund um die Uhr

Mehr als 143.000-mal meldeten sich Ratsuchende seit März 2013 beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht waren, Personen aus dem sozialen Umfeld oder Fachkräfte, die Informationen benötigten. Die Beratungs- und Kontaktzahlen haben von Jahr zu Jahr zugenommen.

Positive Bilanz nach fünf Jahre

Der Jubiläumsbericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Zahlen und Fakten aus fünf Jahren Beratungsarbeit. So fanden unter anderem 42 Prozent der Beratungsgespräche zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens statt – also dann, wenn andere Unterstützungseinrichtungen nicht zu erreichen sind. Am häufigsten wurde in den vergangenen fünf Jahren zu Fällen Häuslicher Gewalt/Gewalt in Partnerschaften beraten, gefolgt von sexualisierter Gewalt und körperlicher Gewalt außerhalb von Partnerschaften.

"Die Bilanz nach fünf Jahren ist sehr positiv und zeigt, wie wichtig ein solches Angebot ist. Von Jahr zu Jahr melden sich mehr betroffene Frauen beim Hilfetelefon, um einen Weg aus der Gewalt zu finden", sagt Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley. "Mit knapp 69.000 Weitervermittlungen ist das Hilfetelefon längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Hilfe- und Unterstützungssystem für gewaltbetroffene Frauen in Deutschland geworden."

Vielfältig, fordernd, unvorhersehbar

Eine Vielzahl an Aufgaben, wechselnde Arbeitszeiten, ein multikulturelles Team: Die Arbeit beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist abwechslungsreich – und fordernd. Die Jubiläumsbroschüre gewährt erstmals einen Blick hinter die Kulissen und berichtet aus dem Alltag einer Beraterin. Sie stellt zudem wichtige Rahmenbedingungen vor, die für die professionelle Beratungsarbeit beim Hilfetelefon unerlässlich sind. Darüber hinaus enthält der Bericht eine Übersicht über die verschiedenen Gewaltformen, zu denen das Hilfetelefon berät – veranschaulicht anhand von anonymisierten Fallbeispielen.

Von A wie Aufkleberaktion bis Z wie Zugbeklebung

Seit 2013 entwickelt das Team der Öffentlichkeitsarbeit kreative Aktionen und Mitmachformate, um möglichst viele Menschen zu erreichen und zu mehr Solidarität mit Betroffenen aufzurufen. Höhepunkte waren insbesondere die bundesweite Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen", die Plakataktion vor Liebesschlössern auf der Hohenzollernbrücke in Köln sowie die Miniatur-Installation "Hinsehen statt Wegschauen – Zeig Größe gegen Gewalt!". Neben einem Rückblick auf vergangene Aktionen, Kooperationen und Events berichtet die Sonderausgabe zum Jubiläum zudem über eine Vielzahl an originellen Ideen und Aktionen aus dem Unterstützernetzwerk.

Stimmen zum Jubiläum

Nicht zuletzt kommen die zahlreichen Partnerinnen und Partner sowie Unterstützerinnen und Unterstützer des Hilfetelefons zu Wort. Ohne ihre tatkräftige Mithilfe wäre es kaum möglich gewesen, das bundesweite Beratungsangebot zu etablieren und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. "5 Jahre Hilfetelefon heißt für mich 5 Jahre niedrigschwellige Erstberatung für Frauen mit Gewalterfahrung, unabhängig vom Wohnort. Das gab es vorher nicht und schließt eine Lücke", erklärt Gründerin des Weibernetz e. V. Martina Puschke, die dem Beirat angehört.

Auch prominente Unterstützerinnen wie Elisabeth Brück, Dunja Hayali und Felicitas Woll gratulierten dem Hilfetelefon auf sehr persönliche Weise. Im Interview wirft schließlich die Leiterin des Hilfetelefons, Petra Söchting, einen Blick zurück auf die vergangenen fünf Jahre und die gemeisterten Herausforderungen.

Entwicklung im Jahr 2017

Die statistische Auswertung im zweiten Teil der Wendebroschüre widmet sich der Beratungsarbeit im Jahr 2017. 37.445-mal haben sich Ratsuchende an das Hilfetelefon gewandt: Dies entspricht einem Anstieg bei den Beratungen von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Dolmetscherdienst des Hilfetelefons konnte um zwei Sprachen, Albanisch und Kurdisch, erweitert werden. Damit wird den Betroffenen nun Unterstützung in insgesamt 17 Fremdsprachen ermöglicht.

 

Pressemeldung "Fünf Jahre Hilfetelefon ´Gewalt gegen Frauen´ " - PDF, 186 KB

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