Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

07.03.2019

Dreieinhalb Jahre "Mädchen sicher inklusiv" – eine Bilanz

Zum Abschluss des Modellprojekts zum Gewaltschutz von Mädchen und jungen Frauen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung zog das Bielefelder Mädchenhaus im Bilanz. Über 100 Teilnehmende aus der ganzen Bundesrepublik waren im Dezember 2018 nach Bielefeld gekommen, um sich zum Abschluss des Modellprojekts „Mädchen sicher inklusiv“ darüber auszutauschen, wie der Gewaltschutz von Mädchen mit Behinderung auch in Zukunft weiter verbessert werden kann. Mit dabei waren auch Fachbereichsleiterin Lysann Susanne Häusler und zwei Beraterinnen des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". An einem Infostand informierten sie über das barrierefreie Beratungsangebot.

Das Team des Modellprojekts unter der Projektleitung von Maya Goltermann blickte auf dreieinhalb Jahre Arbeit zurück: Die Bedarfe der heterogenen Zielgruppe wurden erhoben und sichtbar gemacht, barrierearme Formate (weiter-)entwickelt, Faktoren einer gelingenden Resilienzförderung ermittelt und Maßnahmen zur Sensibilisierung von Fachkräften ausgearbeitet. Zudem fand eine breite Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit statt. Rund 400 Anfragen erreichten das Projekt, etwa 55 Prozent davon waren direkte Beratungsfälle.

Erfolgsrezept Empowerment mit Beratungsangeboten

Das Modellprojekt bot verschiedenste Beratungsformate. Der Erstkontakt kam zumeist über die Online-Beratung sowie über aufsuchende Beratungsformate zustande. Als besonders erfolgreich darf die Verbindung von Empowerment-Angeboten mit einem Beratungsangebot gelten: Jede Fünfte der jungen Frauen, die an einem Empowerment-Workshop zur Selbstwertstärkung und zum Schutz vor Gewalt teilnahm, hat sich mit konkreten Beratungsanliegen an die Projektmitarbeiterinnen gewandt.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es einen positiven Ausblick: Das Modellprojekt mündet in eine landesweite Fachstelle. Auf Grundlage der Ergebnisse  stellt der Verein Mädchenhaus Bielefeld  auch weiterhin erfolgreiche Beratungs- und Empowermentformate für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung bereit. Die Fachstelle wird vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Weitere Informationen sowie Kontakt zur Fachstelle finden Sie hier: www.mädchensicherinklusiv-nrw.de

Im Mai 2018 berichtete das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" in seinem Artikel "Jung, weiblich, Rollstuhlfahrerin sucht... barrierefreie Hilfe bei Gewalt – Einblicke in das Modellprojekt 'Mädchen sicher inklusiv'" ausführlich über das Projekt. Lesen Sie hier den Beitrag

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